Hochschulübergreifendes Kunstprojekt bei der Lichtkunst-Biennale EVI LICHTUNGEN

Erscheinungsdatum: 16.01.2026

Vom 22. bis 25. Januar 2026 wird Hildesheim zum Schauplatz der internationalen Lichtkunst-Biennale EVI LICHTUNGEN. In diesem Jahr gestaltet eine Kooperation zwischen der Hochschule für Bildende Künste Saar (HbK Saar) und der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen einen besonderen Programmpunkt: Unter Leitung des renommierten Lichtkünstlers Detlef Hartung von der HbK Saar sowie Prof Dr. Cornelia Moosmann und Prof. Franziska Junge, beide HAWK, arbeiten Studierende beider Hochschulen an künstlerischen Lichtkonzepten unter dem Titel "Überflutung". 

Im Fokus des gemeinsamen Projekts steht das Festivalthema „Resonanz“, das in Verbindung mit dem Element Wasser kreativ erforscht wird. Die resultierenden Lichtinstallationen werden im historischen Innenhof der St. Godehard-Kirche zu sehen sein und versprechen eindrucksvolle Begegnungen von Kunst, Technik und Ort.

Künstlerischer Prozess und gemeinsame Entwicklung

Der künstlerische Arbeitsprozess der Studierenden war geprägt von intensiver Recherche, experimentell-analytischer Auseinandersetzung und interdisziplinärer Teamarbeit: Bereits im November 2025 begannen Materialtests im Lichtlabor der HAWK-Fakultät Gestaltung. Studierende der Kompetenzfelder Lighting Design, Grafikdesign und Integriertes Design untersuchten mit analogen Techniken wie beispielsweise Tusche, Wasser und Overheadprojektoren sowie digitalen Methoden die Möglichkeiten, das flüchtige Element Wasser und seine vielfältigen Erscheinungsformen gestalterisch zu erfassen. Die zentrale Fragestellung war hierbei: Wie kann das Gefühl von Fließen, Bewegung und Materialität in einzelnen Bildern vermittelt werden?

Vielfältige künstlerische Umsetzungen

Ein technischer Meilenstein folgte im Dezember beim Aufbau der Projektionstechnik im Hof von St. Godehard: Hier stand das Zusammenspiel von Bild, Licht, Architektur und Umgebung im Vordergrund. Die Studierenden analysierten, wie Farben, Linien und Projektionen von den Steinen des Kirchenhofs reflektiert oder absorbiert werden, welcher Bildausschnitt wirkt und wie die Umgebung die Lichtkunst beeinflusst.

Eine maßstabsgetreue Zwischenpräsentation im Lichtlabor, bei der die Projektionen auf Fotografien der Kirche sichtbar wurden, bot im Beisein der EVI-Kurator*innen weiteren Raum für Austausch, Diskussion und Feedback. In diesem Setting entstand auch der Kontakt zu den Saarbrücker Studierenden, sodass ein kontinuierlicher Wissenstransfer und eine spannende künstlerische Vernetzung beider Standorte stattfanden.

Die Ergebnisse überzeugen durch eine beachtliche Vielfalt an Zugängen und Ausdrucksweisen: Ausgewählte Beispiele verdeutlichen dies eindrucksvoll. Die Installation von Jonah Caje, Lina Josepeit und Annika Lining nutzt Licht, um den Kirchenraum scheinbar zu fluten und ein immersives Wassererlebnis zu erzeugen. Kristina Schmidt thematisiert die bewegte Geschichte des Ortes in einem holzschnittartigen, komplexen Wimmelbild, das zur Spurensuche einlädt. Die Arbeit von YunHang Wu wiederum verbindet mit filigranen Kohle-Linien architektonische und narrative Elemente, sodass der Innenhof als verbindender Raum erfahrbar wird.

Resonanz und Ausblick

Die Kurator*innen der Lichtkunst-Biennale zeigten sich beeindruckt von der Fülle und Kreativität der studentischen Arbeiten: „Die Vielfalt und die frischen Perspektiven, mit denen die Studierenden das Medium Licht als künstlerischen Werkstoff einsetzen, bereichern das Festival und eröffnen neue Sichtweisen auf zeitgenössische Lichtkunst“.

Die Ergebnisse dieses hochschulübergreifenden Projekts sind während der EVI LICHTUNGEN 2026 für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich. Die Fakultät Gestaltung der HAWK in Hildesheim freut sich, gemeinsam mit der HbK Saar innovative Impulse für die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft zu setzen.

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